Information zum Projekt

TATOR PADERBORN – Phänomen Fußgängerzone

Was passiert im Zentrum unserer Städte?

Nirgendwo in Europa sind nach dem 2. Weltkrieg so viele Fußgängerzonen entstanden wie in Deutschland. Symbole des Wirtschaftswunders. Flaniermeilen. Orte, die Heimat ausdrückten. Hier aß man im Frühsommer das erste Eis, ging ins Kino, machte sonntags einen Schaufensterbummel. Heute dominieren Billigläden und Filialen von Großanbietern die überwiegend gesichtslosen Fußgängerzonen. Alteingesessene Fachgeschäfte können sich immer seltener halten. Identifikation findet kaum noch statt.
Die meisten Städte kämpfen darum, ihre Fußgängerzonen wieder interessant zu machen. Geht es dabei nur um Kom-merz? Welche Rolle spielen Kommunikation und Kultur? Was wollen die Menschen? Es geht um das Herzstück ihrer Städte, in dem Architektur kaum noch wahrgenommen wird und Muße-Orte selten sind.

Wer will hier am Abend sein? Und: Welche Bereiche der Innenstädte werden überhaupt als Fußgängerzone erlebt? In Paderborn ist es vor allem die geradlinige Hauptgeschäftsstraße mit ihrem städtebaulichen Architekturmix. Die eben-falls autofreien, historisch geprägten Plätze am Dom und am Rathaus werden kaum hinzugezählt.

Mit Tatort Paderborn 2014 hinterfragt erstmals ein temporäres Kunstprojekt die städtebaulichen, gesellschaftlichen und psychologischen Aspekte dieses öffentlichen Raums im Zentrum der Stadt. Zum Thema Phänomen Fußgängerzone hat Kurator Florian Matzner vor allem Vertreterinnen und Vertreter einer jungen, international agierenden Künstler-generation eingeladen. Ihre Installationen, Performances, Skulpturen und Interventionen sind rund 100 Tage lang in der Innenstadt präsent.

Die 12 Künstler/innen und Künstlergruppen haben sich von sehr unterschiedlichen Fragen leiten lassen. Einige Arbei-ten setzen sich in Paderborn stellvertretend mit einzelnen Aspekten des Themas auseinander, andere suchen einen direkten lokalen Bezug.
„Die Fußgängerzone wird zu einer Art Bühne für ein Ausstellungsprojekt mit aktueller Kunst – anachronistisch und sinnfällig zugleich, gepaart mit einer gehörigen Portion Witz und Provokation!“ Florian Matzner

Tatort Paderborn 2014 ist das dritte, große Kunstprojekt im öffentlichen Raum des Stadtzentrums. Beim „Lichtszena-rio Stadtmauer Paderborn. 7 Türme – 7 Lichter“ (2003) ging es darum, die weitgehend verschwundene Stadtmauer wieder ins Bewusstsein zu rücken. Das Kunstprojekt „Tatort Paderborn 2007“ setzte sich mit den verwobenen Spuren „Irdischer Macht und Himmlischer Mächte“ auseinander.
Aktuelle Informationen: www.blog-tatort-paderborn.com, www.tatort-paderborn.com, www.facebook.com/TatortPaderborn
Kooperationspartner: Erzbistum Paderborn/Diözesanmuseum, Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West, Universität Paderborn/ Fakultät für Kulturwissenschaften

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