Kooperation: Kunstprojekt TATORT PADERBORN 2014 – UNIVERSITÄT PADERBORN


Wem gehört die Stadt?
Skulpturale Interventionen und urbane Utopien als Konzept, Modell, Montage

Das Kunstprojekt TATORT PADERBORN, das sich ab dem 29. Mai 2014 im öffentlichen Raum dem „Phänomen Fußgängerzone“ widmen wird, bietet den Anlass zu einer umfassenden Kooperation zwischen dem Fach Kunst/ Prof. Dr. Sara Hornäk, der Stadt Paderborn und dem Kurator der Ausstellung Prof. Dr. Florian Matzner.
Zum einen finden ab dem 03. Juni Künstlerinnengespräche in der Städtischen Galerie statt, eingebunden in ein Seminar von Prof. Dr. Sara Hornäk zur „Kunst im öffentlichen Raum“. Dazu wurden sechs der am Kunstprojekt TATORT PADERBORN 2014 beteiligten Künstlerinnen und Künstler eingeladen, ihr Ausstellungsprojekt vorzustellen und zu diskutieren: Dorothee Golz (3.6.), Claudia Brieske (17.6.), Clea Stracke/ Verena Seibt (24.6.), Markus Ambach (1.7.), Silke Wagner (8.7.), Ooze architects (Eva Pfannes & Sylvain Hartenberg) (15.7.).

Zum anderen wird in der Städtischen Galerie zeitgleich eine Ausstellung mit Werken von Studierenden stattfinden:
Wem gehört die Stadt? Skulpturale Interventionen und urbane Utopien als Konzept, Modell, Montage

Seit einigen Semestern beschäftigen sich Studierende von Prof. Dr. Sara Hornäk in den Seminaren der Bildhauerei mit Kunst im öffentlichen Raum, mit „Ortserkundungen und Raumerfahrung“, mit „Skulpturalen HandlungsFormen“ oder mit der Fragestellung „Privates und Öffentliches – Wem gehört die Stadt?“. Dabei besteht eine enge Kooperation mit dem in Amsterdam lebenden Bildhauer Hartmut Wilkening, der als Lehrbeauftragter an der Universität den Schwerpunkt neben skulpturalen auch auf performative und filmische Strategien legt.

Das Nachdenken über die Frage, wem die Stadt gehört, was ein öffentlicher Raum ist und welchen Wert dieser besitzt, wird in den Seminaren über die eigene künstlerische Handlung initiiert und von kunstwissenschaftlichen und kunstpädagogischen Exkursen begleitet.
Es handelt sich um eine Frage von gesellschaftlicher und politischer Brisanz, herrschen doch im städtischen Raum neben dem Konflikt zwischen öffentlichen und privaten Interessen immer auch Marketingstrategien vor, die städtische Identität prägen und zu einer Funktionalisierung von Kunst eingesetzt werden können.

Paderborn besitzt eine Reihe von Orten und Un-Orten, die zur künstlerischen Intervention einladen. Die Beschränkung auf die Fußgängerzone in diesem Semester spitzt das Problem des öffentlichen Raums auf besondere Weise zu und gibt Anlass, über den eigenen Lebensort der Universitätsstadt nachzudenken. Wie soll die Stadt aussehen, in der wir – als Studierende – leben wollen?

Vorgabe für alle künstlerischen Projekte ist die Auseinandersetzung mit einem selbst gewählten Ort in der Innenstadt Paderborns, die Untersuchung seiner sozialen, historischen, architektonischen oder politischen Kontexte. Ausgehend von der Überlegung, dass Entwürfe für Kunst im öffentlichen Raum häufig nicht realisiert werden, entwickeln die Studierenden visionäre Projekte, bei denen keine finanziellen und organisatorischen Zwänge das Projekt gefährden. Dadurch werden neue Denkräume des Utopischen jenseits pragmatischer Zwänge eröffnet. Anstatt sich mit Genehmigungsverfahren zu beschäftigen, begreifen die Studierenden den Entwurf als Chance und nicht als Einschränkung und entwickeln viele der Werke in Form von Bildmontagen und gebauten Modellen.

In den entstandenen Werken versinkt der Marienplatz im Abgrund eines schwarzen Lochs, Fußgängerunterführungen werden mit rosafarbenen Wischmops verkleidet, um dem beklemmenden Gefühl entgegen zu wirken; ein „Blitzer“ nimmt in einem Überwachungsszenario in regelmäßigen Abständen, begleitet von einem grellen Leuchten, die Passanten der Westernstraße auf; begehbare Zelte, in Form menschlicher Silhouetten genäht, werden zur Entspannung auf den Paderwiesen aufgestellt; eine filmisch dokumentierte rote Kugel rollt durch die Fußgängerzone und fegt diese leer; aus Dachlatten gezimmerte Buchstaben, „A-A-A-N-G-S-T“, ziehen sich durch eine der besonders düsteren Bahnuntertunnelungen. Die Studierenden erschaffen soziale Kunsträume und beziehen stadtplanerische Überlegungen ein. Entgegen allen Behübschungstendenzen ist den Werken gemeinsam, mit skulpturalen Mitteln die Wahrnehmung des vorgefundenen Ortes zu schärfen und neue Perspektiven zu ermöglichen.

Teilnehmende Studierende: Cynthia Arnold, Kristin Bardehle, Anell Bernard, Vanessa Bloß, Lotte Böker, Anna Brendel, Monique Breuer, Claudia Dahm, Franziska Dirks, Anke Dobberstein, Julia Dowe, Laura Drüke, Mira Falke, Denise Fecho, Anna Kitzka, Lisa Kuntze–Fechner, Ailine Meier, Susanne Henning, Lisa-Marie Heymann, Peter Lepp, Stephanie Lerke,  Maike Maclachlan/ Marie Wittig, Justyna Orzechowska, Maria Nebeling, Jan Nigrini, Tim Pickartz, Serafima Redkina, Florian Salim, Franziska von Schalscha, Luisa Schürmann, Svenja Schütze, Jessica Schwarzer, Lisa Thal, Anna-Lena Zschoche und andere

Eröffnung am 29.05.2014, ab 18.00 Uhr in der Städtischen Galerie
Begrüßung: Prof. Dr. Dorothee Meister, Vizepräsident der Universität Paderborn
Einführung: Prof. Dr. Sara Hornäk , Fach Kunst, Paderborn
Performance von Monique Breuer und Peter Lepp
Ort: Städtische Galerie, Am Abdinghof 11, 33098 Paderborn

Verantwortlich/Kontakt
Prof. Dr. Sara Hornäk
Professorin für Kunst und ihre Didaktik/ Schwerpunkt Bildhauerei
Institut für Kunst, Musik, Textil
Fakultät für Kulturwissenschaften
Universität Paderborn

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